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Warten und Spontanitaet

Montag, 11.09.2006 17:15UHR Ortszeit Guayaquil

 Hallo ihr Lieben! Sicher wundert ihr euch gerade sehr ueber den Titel von heute, oder? Warten und Spontanitaet... klingt irgendwie wiederspruechlich. Aber genau von diesen zwei Dingen ist mein Tagesablauf hier in Ecuador gepraegt. Das gilt fuer ganz gewoehnliche Tage, an denen ausser Arbeit und Familie nicht viel ansteht, genauso wie fuer AFS-Treffen und Treffen mit Freunden. Das Leben in Ecuador besteht (ausser Essen) aus Warten auf Andere und extrem spontanen Aktionen und in den letzten Tagen und Wochen habe ich das immer mehr bemerkt.

 Dazu kann ich auch wirklich schoene Geschichten erzaehlen: Am 26.08. hatten wir hier in Guayaquil zum Beispiel unsere erste Orientatin, also ein AFS-Treffen bei dem die Mitarbeiter versuchen moeglichst genau herauszufinden, wie es uns Teilnehmern hier in Ecuador so geht. Ob es z. B. Probleme mit Familien oder Arbeit gibt und wer schon wie gut Spanisch kann. Aber auch ein Treffen, zumindest bei uns hier, um sich und die Stadt noch beser kennen zu lernen und einen netten Tag miteinender zu verbringen.

 Wir waren also fuer 8:30h morgens am "Momumento de Olmedo" verabredet. Ich bin schon eine viertelstunde eher da gewesen, weil weder meine Mutter noch ich genau wussten, wo das ist und deshalb extra eher losgefahren sind. Zu meinem Glueck ging es Tim genau so, wir haben uns also um 8:15h dort getroffen. Zu meinem Gleuck darum, weil ich sonst sehr lange alleine dort haette warten muessen und wahrscheinlich spaetestens um 8:45h geglaubt haette, voellig falsch zu sein. So waren wir zwar auch unsicher, da wir aber 2 waren, konnte der Platz nicht so daneben sein. Trotzdem haben wir nach einer halben Stunde Wartens Christine aus den USA angerufen und gefragt, wo sie sei. Sie sagte, sie saesse im Taxi und der Treffpunkt waere richtig. Also haben wir tapfer weiter gewartet und uns irgendwann einen Kaffee bestellt. Irgendwann nach 9:00h kam dann endlich eine Gruppe von Teilnehmern mit 2 Betreuern an, aber Christine und Tim aus Australien haben immernoch gefehlt. Die sind auch nicht vor 9:30h erschienen und da hatten wir inzwischen mit unserem Programm angefangen.

 Spaeter hat sich heraus gestellt, dass das Terffen offiziell erst um 9:00h sein sollte, die Betreuer uns nur 8:30h gesagt hatten, damit alle um 9:00h da sind. Sie haben halt nicht damit gerechnet, dass es Menschen gibt, die noch unpuenktlicher sind als Ecuadorianer oder dass die Deutschen ueberpuenktlich kommen und ueber eine Stunde warten muessen.

 Am gleichen Tag haben wir uns - spontan - dazu entscheiden, abends noch wegzugehen. Da ich nicht wusste, wo die Bar ist, wo alle hinwollten, hab ich mich fuer 20:00h mit Christine verabredet. Sie war dann auch fast puenktlich und nachdem dann auch Tim (Australien) mit Umziehen fertig war ging es auch los. Wir sind erst zu Helen nach Haue und von da aus mit ihr, Anita und Freunden zu Farid. Von seinem Haus aus haben wir ein Taxi zur Bar genommen. Soweit klingt alles ganz gut, der Haken an der Sache ist nur, dass Christine, die das Ganze "organisiert" hatte, jedem eine andere Zeit genannt hatte und so alle an verscheidenen Stellen auf uns gewartet haben. Der arme Tim aus Deutschland hat wieder ueber eine Stunde alleine draussen vor der Bar gesessen und sich schon gefragt, ob wir ihn verarschen wollen. Die Bar hat naemlich auch erst um 10:00h aufgemacht, weshalb Christine dann auch kein schlechtes Gewissen hatte. Nur leider hatte sie Tim gesagt, dass wir uns um 8:30h dort treffen... Naja, wir sind dann eben noch spontan fuer eine halbe Stunde in eine Fruta-Bar gegangen und haben Batidos getrunken. So liess sich die lange Wartezeit rumkriegen.

 Aber noch viel toller war ja die Planung fuer das vergangene Wochenede. Wir hatten in einer recht grossen Gruppe beschlossen, dass wir AFSer uns alle mal wiedersehen muessten und haben so verabredet, ein Wochenede nach Manta zu fahren. Das ist eine Stadt am Strand, die relativ schnell sowohl von Esmeraldas als auch von Guayaquil oder Quito erreichbar waere. Wir haben Mails geschickt und alle gefragt, wer mitkommen moechte und als kaum Antworten kamen einfach mal Buszeiten und Preise rausgesucht. Bzw. Tim hat die Arbeit uebernommen. Er hat eine Mail an alle geschickt, auf die wieder kaum jemand geantwortet hat. Irgendwann sah es dann so aus, dass aus Quito eine, aus Esmeraldas 2-3 und aus Guayaquil alle fahren. Eine Woche vor Abreise haben wir hier in Guayaquil dann nochmal mit allen gesprochen, um zu hoeren, wer definitiv mitkommt. Das war auch gut so, denn da hat sich dann rausgestellt, dass 2 doch nicht koennen. Zwei weiter haben dann 2 Tage vorher abgesagt, und der dritte letzten Donnesrtag, also am Abend vor der Abfahrt. Am Mittwoch Abend sind ausserdem die letzte aus Quito und 2 aus Esmeraldas abgesprungen, allerdings war es bei Kathi aus Quito nie richtig sicher gewesen, ob sie kommen kann und Sybille musste aus gesundheitlichen Greunden absagen. Bei unserem lokalen Treffen am Donnerstag haben Tim und ich dann also ueberlegt, ob wir wirklich am naechsten Morgen und 8:00h zu zweit nach Manta fahren sollen oder nicht. Die anderen haben uns dann noch erzaehlt, dass die spontan nach Quito reisen, um sich dort mit den anderen zu treffen und mit denen nach Esmeraldas zu fahren. Mit denen also, die fuer Manta alle keine Zeit hatten. Da waren wir schon etwas genervt, ehrlich gesagt. Aber Tim und ich haben uns einfach dem ecuadorianischen Leben angepasst und Sybille und Enrico in Esmeralds auch dazu gezwungen. Wir haben dann naemlich ganz spontan von Manta auf Esmeraldas umgeplant, haben innerhalb von 3 Stunden alles gepackt, unsere Familien ueberzeugt, dass es so gut ist und Bustickets gekauft. Auf einmal hatte sogar auch Anita Zeit - spontan eben. Um 23:30h sind wir also zu dritt ins 8 Stunden entfernte Esmeraldas gefahren und haben uns dort mit den anderen getroffen. Sie haben sich spontan den Freitag und so viel wie moeglich vom Wochenende freigenommen und eine wirklich tolle Zeit mit uns verbracht. Wir hatten viel Spass, haben gut gegessen und uns viel unterhalten. Dieses Wochenede war das spontanste, dass ich je hatte. Wir haben nichts lange geplant haben einfach drauf los gelebt und mussten oft warten, damit auch alle bei unserem Tempo mitkommen. Aber es war total klasse!

 Anfangs fand ich es sehr schwer, dass meine Familie immer so spantane Dinge macht. Ich bin, wie Enrico es so schoen ausdreuckt, immer nur wie ein Hund hinterhergedackelt. Aber inzwischen habe ich gemerkt, dass das auch alles seine Vorteile hat und irgendwie macht es ja auch Spass. Das mit dem Warten allerdings geht mir schon auf die Nerven und ich hoffe, dass ich diese schlechte Eigenschaft der Ecuadorianer nicht so extrem annehme, wie es zum Beispiel Christine schon hat. Anita hat erzaehlt, sie hatte schonmal 3 1/2 Stunen auf sie warten musste. Ich wuedre da verrueckt werden!

 Also, so viel zum Warten und der Spontanitaet. Ich weiss nicht, ob meine Erzaehlungen wirklich so bei euch rueberkommen, wie ich es erlebt habe. Wahrscheilch nicht. Aber denkt daran, dass die Beispiele, die ich genannt habe nur wenige sind. Ich konnte euch hunderte von Situationen schildern, in denen ich gewartet habe oder spontan irgendwas umgeplant wurde und in den Blogs von Enrico und Tim (siehe Links) findet ihr sicher auch was dazu.

 Diese Lebensweise macht es uns als Europaeern unmaeglich, unseren Trieben zu folgen sprich selbst alles genauestens zu planen, da immer irgendwas ganz spontan dazwischen kommt. Zum Beispiel wollen die Esmeraldianer uns jetzt auch gerne mal in Guayaquil besuchen kommen, aber wir koennen nicht einfach ein Wochenede festlegen, da AFS noch Treffen organisieren muss, die noch nicht terminiert sind. So ist die Wahrscheinlichkeit recht gross, dass man was Tolles plat und einen Tag vorher jemand anruft und sagt, dass es so nicht geht, weil was Wichtiges ansteht. Das finde ich sehr anstrengend und wirklich schade. Aber wenn wir auch spontan sind, schaffen wir das mit dem Terffen hier bei uns in Ecuadors greosseter Stadt sicher auch noch. ;-)

 Also dann, meine Lieben; das wars fuer heute. Bleibt spontan und lasst mich nicht zu lange auf neue Mails, Gaestebucheintraege und Berichte aus der Heimat warten. :-D

12.9.06 01:18
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Mama / Website (12.9.06 17:13)
Hej lilla gumman,

ich kann mir lebhaft vorstellen, was in dir "abgeht", wenn du stundenlang auf deine Leute warten musst! Ich seh' dich richtig vor mir: langsam immer grummeliger werdend , spitze Bemerkungen machend, Beine übereinander geschlagen und Arme verhakelt, Stirn kraus gezogen, Lippen schmal usw....
Aber ein Gutes hat die Sache (jedenfalls für mich;-)): vielleicht bist du nicht mehr gaaa...aaanz so böse mit mir, wenn ICH mal zu spät bin - sind ja immer nur höchstens 10 Minuten *GGG*

Hab dich sehr lieb, mein Schatz!
Mama


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