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Zu Gross, zu blod, zu weiss!

Mittwoch, 02.08.2006 19:30 Ortszeit Guayaquil

 Gerade bin ich von meiner Arbeit wieder gekommen und musste schon wieder feststellen, dass ich fuer dieses Land einfach zu gross, zu blond und zu weiss bin. Schon in unserem Camp am Anfang haben alle Leute immer die "gringos" angestarrt, da kennen die Ecuadorianer ja keine Scham. Kleine Kinder sind hinter uns hergelaufen, wollten mit uns reden oder unsere Haut und Haare anfassen und haben dann gefreut, wenn jemand "hola" gesagt hat. Als wir mit einer groesseren Gruppe in der naechsten Stadt waren um Wasser zu kaufen und zu telefonieren haben uns alle Jungs hinterher gerufen, uns angestarrt und mit Komplimenten ueberhaeft. Wir haben uns gefuehlt, wie eine Attraktion; in der Gruppe ist das ja alles ganz lustig!

 Aber jetzt, wo ich immer alleine unterwegs bin ist das gar nicht mehr so lustig. Alle rufen mir nach, wollen mit mir reden oder mich anfassen. Die Strassenhaendler kommen immer zu mir, weil sie glauben, ich haette mehr Geld. Die Kinder in meiner Arbeit haben alle ausgiebig meine Haare und meine Arme befuehlt und im Bus setzten sich am liebsten alte, verschwitzte Opas neben mich.

 Am schwierigsten dabei ist es, hoeflich zu bleiben. Schon in unserem Camp haben sie uns beigebracht, dass man alle Menschen gruessen soll, egal ob man sie kennt oder nicht. Aber wenn ich das tue, glauben immer alle gleich, ich wollte mich jetzt mit ihnen unterhalten und quatschen auf mich ein. Die wird man dann gar nicht mehr los. 

 Heute im Bus war es ganz besonders schlimm. Ich muss fast eine 3/4 Stunde mit einem Bus fahre und mehr als eine halbe Stunde hat einer von besagten Opas neben mir gesessen. Zuerst ha er mich nur freundlich nach der Zeit gefragt, wo ich herkomme und ob mir Guayaquil gefaellt. Aber dann wollte er mit mir tanzen gehen, mich zu sich einladen, meine Telefonnummer haben oder mich nach Hause begleiten. Natuerlich gefaellt mir tanzen nicht, habe ich kein Telefon (Nein, auch nicht in Deutschland!), und werde an der Bushaltestelle von meinem Grossen Bruder erwartet. Haha... Zum Glueck ist er eher ausgestiegen als ich.

 Und bei jeder neuen Idee, die er mir mitteilen wollte, hat er mich wieder angepackt. Irgendwie komisch, aber so sind die Menschen hier halt, viel naeher, herzlicher und offener. Trotzdem habe ich mich dann aber geweigert, ihm - wie hier wohl ueblich - zum Abschied einen Kuss zu geben. Ich moechte ja nicht unhoeflich sein, aber das geht echt zu weit. Nur weil er neben mir im Bus gesessen hat? Ich kenn den Menschen doch gar nicht! Naja, ich hab mich halt so lange geweigert, bis er aussteigen musste und keine Zeit mehr hatte. Und ich war so froh, dass er endlich weg war!

 Als blonde, grosse Weisse hat man es wirklich nicht so leicht hier unauffaellig zu bleiben... aber angeblich gewoehnt man sich ja daran. :-) Ich bin mal gespannt.

 Also dann bis zum naechsten Mal und bleibt alle gesund und munter! Hab euch lieb, eure Annika.

3.8.06 02:39
 


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