Startseite
  Über...
  Archiv
  AFS-Berichte
  Fotos
  Gästebuch
  Kontakt
 



  Links
   Enricos Webblog
   Tim in Ecuador
   søstra mi i Asia
   Mina i Mexico
   AFS interkulturelle Begegnungen e.V.



http://myblog.de/nikaecuador

Gratis bloggen bei
myblog.de





Meine letzten Tage in Ecuador

Montag, 02.04.2007; 20:17h Ortszeit Wuppertal

 Hallo alle miteinander!

 Ich weiß, es ist seeeehr lange her, seit ich das letzte Mal etwas geschrieben habe und ich habe nicht mal eine gute Entschuldigung dafür. Ich kann echt nur sagen: TUT MIR LEID!!!

 Wie ihr euch sicher alle denken könnt, bin ich inzwischen wieder in Deutschland. Mein Aufenthalt in Ecuador endete am 27.12.2006 ziemlich chaotisch aber am 28. war ich dann etwas verspätet aber glücklich wieder zu Hause in Wuppertal. Begleitet haben mich auf diesem Weg nach Hause neben meinen beiden sehr guten Freunden Tim und Enrico offensichtlich mal wieder ein paar Schutzengel. Zum einen war es Glück, dass AFS unseren Flug bei Iberia statt bei Air Madrid gebucht hat, denn sonst hätten wir sicher noch bleiben müssen. Noch mehr Glück hatten wir aber in Madrid. Einige von euch werden noch wissen, dass es dort am 28.12. im Parkdeck eine Explosion gab, und wir sind dort nur kurz vorher umgestiegen und wieder weg geflogen. GLÜCK GEHABT!!!

 Auch sonst waren die letzten Tage in Ecuador ziemlich chaotisch und selbst Weihnachten war nicht wirklich weihnachtlich. Abgesehen davon, dass ich schon am 26.12. morgens von meiner Familie Abschied nehmen musste und somit nicht viel Zeit war Weihnachten zu feiern, ist das in Ecuador auch nicht mit dem Fest bei uns zu vergleichen. Weihnachten in Ecuador beginnt am 24.12. spät abends mit einer Fiesta wie wir sie an meinem Geburtstag hatten. Die für neun Uhr eingeladenen Gäste kamen ab 11:00h, haben die ‚Bocaditos’ gegessen und ‚colas’ getrunken, getanzt, gesungen und gequatscht. Um Mitternacht gab es dann endlich Mittagessen, Truthahn, Kartoffeln mit Käsesauce und natürlich Reis. Typisch ecuadorianisches Essen, aber lecker. Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich nun nach immerhin schon drei Monaten in Deutschland noch immer keine Lust auf Reis habe. J

 Später in dieser Nacht, nachdem die Gäste wieder zu Hause waren, haben wir dann auch unsere Geschenke ausgetauscht und ausgepackt. Ich habe meiner Familie zwei Dinge geschenkt, die sie an mich erinnern sollen, denn am nächsten Tag war ja schon mein letzter Tag bei ihnen. Den habe ich dann auch hauptsächlich mit packen, aufräumen und Datensicherung am PC verbracht. Zum Glück ist für die Ecuadorianer der 25. sowieso ein Tag zum Kater ausschlafen, Aufräumen und Reste vernichten, so musste ich kein schlechtes Gewissen  haben. Gegen Abend sind wir dann allerdings doch noch alle zusammen mit dem Auto für 2 Stunden durch die Stadt gefahren, um uns die beleuchteten Häuser anzusehen. An sich eine lustige Sache, aber nach einer Weile schon etwas langweilig.

 Am 26. musste ich mich dann am Flughafen von meiner Gastfamilie, den ecuadorianischen AFSern und den CSPlern, die dageblieben sind und bei Tims Familie verabschieden. Zu viert sind wir von Guayaquil nach Quito geflogen, eigentlich um dort unser letztes Camp zu haben und nochmal ein paar Freunde dort zu treffen. Dann mussten wir aber leider erfahren, dass AFS uns wieder weit außerhalb im Campamento Nueva Vida unterbringen will. Das fanden wir gar nicht gut! Während wir also in einer Mall auf die Ankunft der Esmeraldenos warten mussten, haben Tim und ich beschlossen, auf das Camp zu verzichten und die letzte Nacht in Quito auf eigene Faust zu verbringen. Damit war auch Enrico sofort einverstanden, als er kam und hat für uns eine kostenfreie Übernachtung in seiner Kurzaustauschfamilie organisiert. So haben wir trotz der schlechten Organisation von AFS doch noch eine schöne Zeit in Quito gehabt – Dank sei Tim, Enrico und Enricos Gastfamilie die sehr nett waren!

 Am 27.12. war dann die Heimreise angesagt, aber natürlich hat da auch nicht alles so funktioniert, wie geplant. Schon bevor wir uns zum Flughafen aufgemacht haben, hat ein AFS-Betreuer mich angerufen und gesagt, dass unser Flug eine Stunde Verspätung hat. Das könnte sich aber gut noch ändern, hat er uns Mut gemacht….

 Geändert hat es sich auch! Aber das haben wir nur geahnt, als wir erfuhren, dass wir eigentlich eine Ausreisegenehmigung bei der Polizei hätten holen müssen. Das hatte uns Guayaquilern nur leider keiner gesagt. SCHADE! Mit der Hilfe von Enricos Spanischlehrerin Ximena und einem Freund von mir haben wir es dann aber doch noch rechtzeitig vor dem einchecken geschafft, uns diese Genehmigung zu besorgen. Der AFS-Betreuer war dabei leider nicht die große Hilfe. 

 Nach dem einchecken haben wir dann bestätigt bekommen, dass unser Flug erst mit fast 5 Stunden Verspätung von Quito über Guayaquil nach Madrid fliegt. Die Begründung des Flugpersonals war allerdings doch sehr einleuchtend: Das Flugzeug kam erst viel zu spät aus Madrid in Quito an. Aha! Naja, Iberia hat uns noch ein Mittagessen am Flughafen ausgegeben und uns günstige Anschlussflüge nach Düsseldorf bzw. Berlin gesucht. So war ich letztendlich doch nur ca. 2 Stunden später als geplant in Wuppertal. Trotzdem war es leider zu spät um noch mit meiner Familie essen zu gehen. Das haben wir dann am 29.12. nachgeholt und es war mindestens genau so schön, wie es am 28. gewesen wäre. J

 Tja, so habe ich also meine letzten Tage in Ecuador verbracht. Inzwischen habe ich mich wieder sehr gut in Deutschland eingelebt und so einiges erlebt. Davon erzähle ich euch aber später. Außerdem kann ich ja auch sonst noch so einiges erzählen, was mir seit dem letzten Eintrag so in Ecuador geschehen ist. Ich hoffe, dass ich es in nächster Zeit wieder regelmäßiger schaffe, zu schaffe, damit ihr schnell auf dem neuesten Stand seid. Also: bleibt mir treu, meine Leser. ;-)

 Danke und liebe Grüße, eure Annika

2.4.07 20:19


Werbung


FROHE WEIHNACHTEN!

Montag, 25.12.2006,:h Ortszeit Guayaquil

 Hallo ihr lieben alle!

 Ich moechte euch ganz frohe Weihnachten wuenschen und hoffe, dass ihr alle in Frieden feiern koennt!

FROHE WEIHNACHTEN! FELIZ NAVIDAD! GOD JUL! MERRY CHRISTMAS!

Es tut mir sehr leid, das sich es nicht mehr geschafft habe Blogeintraege ueber die letzte Zeit zu schrieben. Bitte nehmt mir das nicht uebel, ich hatte einfach keine Zeit.

Aber ich verspreche euch, dass ich das alles von Deutschland aus nachholen werde! Hoert also nicht auf, fleissig wieter zu lesen, ja?

Also dann, morgen geht es fuer mich hier los, ich werde um 10:30h am Flughafen erwartet um zum Abschlusscamp nach Quito zu fliegen. Am Mittwoch Abend flieg ich dann nach Deutschland und am 28. bin ich endlich wieder zu Hause! 

In diesem Sinne, alles Gute weiterhin und vielen Dank fuer die lieben Gruesse und guten Wuensche! Bis bald!

25.12.06 20:05


Unterscheide Costa - Sierra

Mittwoch, 22.11.2006, 17:00h Ortszeit Guayaquil

 Tja, jetzt bin ich also wieder zurueck in Guayaquil, meine Woche Kurzaustausch in Cuenca ist um. Ich habe die Zeit dort sehr genossen, hatte eine tolle Familie und habe sehr viele schoene Dinge gesehen und erlebt. Irgendwie ist es schade, dass ich nur eine Woche dort bleiben durfte! Aber in dieser einen Woche ist mir einiges aufgefallen, was in der Sierra bzw. in Cuenca ganz anders ist als in der Costa.

 Diese Woche war wirklich ein Unterschied wie er viel krasser nicht haette sein koennen. Angefangen bei meiner Familie, ueber das Wetter und die Lebensweise dort, bis hin zum Essen und dem Strassenverkehr ist Cuenca einfach komplett anders als Guayaquil. Und ich muss ehrlich sagen, trotz des Regens hat es mir dort viel besser gefallen!

 Ich kann und moechte mich nicht ueber meine Gastfamilie hier beschweren. Das sind ganz tolle Menschen und ich fuehle mich hier sehr wohl, aber es ist doch was anderes, wenn man mit einer gleichaltrigen Schwester die Deutsch spricht lebt als wenn man drei kleine Geschwister hat. Und auch meine Gasteltern in Cuenca sind ganz anders als die hier. Ihr wisst alle, wie gut ich mit meiner Familie klarkomme und wie toll sie sind. Das hab ich glaub ich schon oefter erwaehnt, aber in Cuenca konnte ich zum Beispiel auch mit meiner Familie zusammen essen, waehrend ich hier eigentlich immer alleine esse. Wir habe uns zusammen an den Tisch gesetzt, es wurde erst angefangen, als alle etwas hatten und man hat vor dem Essen 'guten Appetit' gesagt. Ausserdem wurde in Ruhe gegessen, keiner hat gehetzt oder ist einfach aufgestanden und gegangen, als er fertig war. Wir sind nach dem Mittag- oder Abendessen oft noch lange sitzen geblieben und haben uns ueber alles Moegliche unterhalten. Das kann ich hier in Guayaquil hoechstens ab und zu mal mit meiner Mamá. Und auch nur dann, wenn nicht gerade einer von den andren irgendwas braucht oder will.

 Allgemein scheinen die Menschen in den Bergen viel ruiger und gelassener zu sein, als die Menschen hier im Kuestengebiet. Das zeigt sich auch in ihrem Fahrverhalten. Natuerlich herrscht auch in Cuenca das Gesetz des Staerkeren, aber die Fahrer hupen viel weniger und nehmen sogar ab und an Ruecksicht auf Fussgaenger. Die Busse rasen nicht wie wild um die Wette um bei jeder Person, die ein- oder aussteigen will eine Vollbremsung zu machen, sondern bremsen vorsichtig ab und helfen sogar beim aussteigen oder raustragen von Gepaeck.

 Auch ist es in Cuenca viel leiser und sauberer als bei uns hier in Guayaquil. Das leigt natuerlich zum einen daran, dass die Stadt zum Weltkulturerbe gehoert und die Menschen dort deshalb viel mehr auf Suaberkeit achten muessen, aber sie scheinen auch persoenlich mehr Wert auf Ruhe und Ordnung zu legen. Ich glaube das Badezimmer in meiner Gastfamilie dort wurde in der einen Woche oefter geputzt als das hier in unserem Haus in den ganzen lezten 4 Monaten! Klar haben sie dort ein Hausmaedchen, aber dafuer arbeiten beide Eltern vollzeit und meine Mutter hier arbeitet bekanntlich gar nicht!

 Meine Gastfamilie hier verbringt ihre Freizeit hauptsaechlich vor dem Fernsehr bei voller Lautstaerke; und das oft nicht nur in einem, sondern gleich in mehreren Zimmern. In Cuenca haben wir zweimal Abends nach dem Essen und Spuelen ferngesehen, und dass alle zusammen im Schlafzimmer der Eltern, bei meiner Ansicht nach normaler Lautstaerke.

 Am Freitag Abend hatte meine Gastfamilie Freunde zu sich nach Hause zum Essen eingelden. Das war zwar sehr nett, hat sich aber fuer mich zu lange hingezogen. Ich hatte den Tag mit Tim und Tim im Nationalpark Las Cajas verbracht und war ziemlich muede, da war es zum Ende hin sehr schwer, die Augen aufzuhalten. Am Samstag morgen war ich daher sehr dankbar dafuer, dass ich so lange schlafen konnte, wie ich wollte. In keinem Zimmer war der Fernsehr an, wie hier jeden Samstag ab spaentestens 8:00h (natuerlich bei voller Lautstaerke!), keiner hat durchs Haus geschrien oder einfach laut gesungen und keiner ist aus Versehen ins Zimmer gepoltert um dann ganz erstaunt festzustellen, dass ich ja noch schlafe. Als ich um 9:30h ins Bad gegangen bin war es im Haus totenstill und ich dachte schon, die Familie waere ausgeflogen. Aber als ich wieder raus kam stand meine Mutter in er Kueche und hat Milch fuer meinen Kaffee warm gemacht. Sie hatte in ihrem Zimmer gearbeitet und die Badezimmertuer gehoert und ist deshalb gekommen. Mein Vater war in seinem Geschaeft im Zentrum und Cecilia, meine Schwester, hat noch geschlafen. So unterschiedlich sind meine Gastfamilien!

 Interessant war auch die Vorbereitung fuer das Essen am Samstag Abend. Ich habe ja jetzt schon ein paar mal mitbekommen, wie meine Familie hier in Guayaquil Partys vorbereitet und hatte darum mit viel Stress gerechnet und gedacht, dass es ziemlich anstrengend wird. Statt dessen hat meine Mamá aber als ich nach Hause kam schon mit dem Hausmaedchen gekocht, waehrend mein Vater den Tisch gedekt hat. Als ich endlich wieder eingermassen sauber und aufgewaermt war nach dem langen Ausflug in den Nationalpark gab es dann schon nichts mehr zu helfen. Obwohl noch fast eine Stunde Zeit war, bis die Gaeste kommen sollten war schon alles fertig. Hier in Guayaqul war es meistens eher so, dass die Gaeste schon da waren und meine Mutter sich noch schnell umgezogen hat. Und natuerlich kommen die Gaeste nie puenktlich! Puenktlich war an diesem Samstag zwar ausser Tim auch keiner, aber meine Gasteltern haben sich beide kurz mit ins Wohnzimmer gesetzt und sich mit uns unterhalten. Sonst war ja schliesslich alles fertig. Hier in Guayaquil wuerde das nie pasieren!

 Zum Essen gab es an diesem Abend uebrigens Quiche Lorraine, Weihnachtsplaetzchen und anderes Gebaeck. KEIN REIS! Ueberaupt habe ich in dieser Woche viel weniger Reis gegessen als hier. Klar war ich ab und zu mit Tim und Tim in Restaurants und habe dann bewusst Spaghetti oder andere reisfreie Gerichte gegessen, aber auch in der Familie kochen sie viel weniger Reis und viel mehr Kartoffeln. Statt Kochbananen gibt es dort oft Mais und das ganze Esen ist viel weniger fettig aber viel geschmackvoller. Insgesammt kann man sagen das das Essen wie ganz Cuenca viel europaeischer ist, was mir sehr gut gefallen hat. Auch gibt es in der Stadt viel mehr Cafés - mit gutem Kaffee - als hier. Etwas absolut uneuropaeisches ist allerdings das Nationalgericht: Cuy. Waehrend man in der Kueste gerne Fisch und Meeresfruechte isst, viel Reis mit Bohnen und eben Bananen, schwoeren die Menschen der Sierra auf ihr gegrilltes Meerschweinchen. Ich durfte diese Delikatesse auch einmal probieren, mit Kartoffeln und Mote (Mais) und muss sagen, dass es mir ganz gut geschmeckt hat. :-)

 Dieses Essen hat uebrigens auch mein Vater vorbereitet. Das Cuy (Meerschwein) hat er zwar fertig gekauft, aber er hat die Kartoffeln gekocht, den Tisch gedekt und den Saft gemacht. Das scheint euch vielleicht nicht so ungewoehnlich, wenn man aber schon fast 4 Monate in Guayaquil verbracht hat, ist man eher daran gewoehnt, dass die Maenner im Schlafzimmer sitzen und sich noch von den Frauen, die alles vorbereiten und kochen muessen, bedienen lassen oder sonstige Sonderwuensche haben. Mein Papaá in Guayaquil muss nur einmal laut pfeiffen (sehr laut, um den Fernsehr zu uebertoenen!), und schon kommt meine Mutter angerannt und tut was er sagt. Mein Papá in Cuenca dagegen hat Fruehstueck gemacht, abgespuelt, gefegt und auch sonst immer geholfen, wenn was im Haushalt getan werden musste. Obwohl sie ein Hausmaedchen haben, dass die meiste Arbeit macht, wird alles andere gerecht auf die Familie aufgeteilt und keiner kann ueber den anderen bestimmen. Das fand ich sehr angenehm.

 Auch sonst scheinen die Menschen in Cuenca viel weniger machohaft zu sein. Vielleicht leigt es auch an den vielen Touristen in der schoenen kleinen Stadt mit den Haeusern im Kolonialstil und den Kopfsteinpflasterstrassen, aber mir wurde viel weniger hinterhergestarrt und gepfiffen, als hier in den Strassen von Guayaquil. Das war richtig angenehm!

 Ihr merkt schon, die Woche in Cuenca hat mir sehr gut gefallen. Obwohl es dort nur ca. 15 Grad waren und oft ganz ploetzlich wie aus Kuebeln geregnet hat, ich viel gefroren habe und oft sehr nass war habe ich die 8 Tage dort sehr genossen. Ich habe viel gesehen, war oft mit Tim und Tim in Museen und habe Ausfluege gemacht, ich habe sehr nette Menschen kennen gelernt und gemerkt, das es gar nicht so schlimm ist mit 2 Hunden zu leben (die duerfen allerdings auch nicht ins Haus!). Diese Woche war eine sehr willkommene Abwechslung und eine tolle Erfahrung und als mich meine Gasteltern nach einem sehr leckeren Esen bei der Oma am Busterminal verabschiedet haben und meiner Mamá die Traenen kamen, musste ich auch weinen.

 Cuenca ist nicht nur sehr schoen und sehenswert, ich habe dort auch eine neue Familie gefunden, die mir versichert hat, dass ich immer bei ihnen willkommen bin. Ich hoffe zwar auch, dass sie - und vor allem Cecilia die ja eh fuer Deutschland schwaermt - mich ergendwann mal besuchen kommen koennen, aber ich werde sicherlich auch irgendwann nach Cuenca zurueckfahren um sie zu besuchen. Ich bin ihnen sehr dankbar fuer die tolle Woche und hoffe, dass sie nicht zu viele Umstaende mit mir hatten.

 So, ich hoffe, jetzt habe ich eure Neugier mal wieder ein wenig gestillt. Bitte entschuldigt die Fehler im Text, aber ich hab mich sehr beeilt, damit ihr nicht so lange warten muesst. ;-)

 Also dann, vielen Dank nochmal fuer eure Treue und die vielen lieben Mails und Komentare die ich bekomme. Bald bin ich auch wieder zu Hause, es sind nur noch 35 Tage. Bis dahin werde ich aber noch viel erleben und hofenltich auch noch viel schreiben... Machts gut!

22.11.06 23:49


Kurzaustausch in Cuenca

Montag, 13.11.2006, 17:26 Ortszeit Cuenca

 Wie ja viele von euch wissen, bin ich diese Woche zum Kurzaustausch in Cuenca. Kurzaustausch bedeutet, dass wir Voluntarios von AFS eine Woche bei einer anderen Gastfamilie in einer anderen Region Ecuadors leben, um mehr vom Land, den verschiedenen Kulturen und vor allem mehr Menschen kennen zu lernen.

 Die Voluntarios aus Quito tauschen mit denen aus Esmeraldas und wir aus Guayaquil sind in Cuenca. (Wenn hier Voluntaere waeren, wuerden die natuerlich auch nach Guayaquil kommen, aber hier sind zur Zeit keine.) Cuenca ist die viert groesste Stadt Ecuadors und liegt mitten in der Sierra, also den Bergen.

 Die Organisation dieses Austausches war Ecuadorianisch spontan und eher chaotisch, aber davon schriebe ich noch ein anderes Mal, wenn ich ueber AFS-Ecuador schreibe. Jetzt sitze ich naemlich in einem Internetcafe und moechte euch nur kurz von meinen ersten 1 1/2 Tagen hier und den ersten Eindruecken berichten. (Dann kann sich auch keiner mehr beschweren, dass ich so lange nicht geschreiben habe *ggg*)

 Also, gestern morgen um 7:45h sollten wir uns alle in Guayaquil am Busterminal treffen, um von dort nach Cuenca zu fahren. Natuerlich war aber ausser uns Deutschen wiedermal keiner wirklich puenktlich und so sind wir auch erst um 8:50h abgefahren. Die Busfahrt hat ca. 4 1/2 Stunden gedauert und gegen 13:20h waren wir hier in Cuenca. Unterwegs konnte man schon deutlich merken, wie es immer kaelter wurde, alle haben sich warme Jacken oder dicke Pullover angezogen und die Scheiben sind beschagen. Als wir dann ausgestiegen sind, hat es geregnet und es waren rund 15 Grad. Das klingt fuer euch zu Hause in Deutschland sicher ganz normal, vielleicht sogar warm fuer diese Jahreszeit. Aber wir kamen aus der Kuestenregion, wo es schon morgens um 7:45h 30 Grad waren und zumindest ich noch nie Regen gesehen habe.

 Ihr koennt euch gut vorstellen, dass wir da erstmal alle gut gefroren haben. Aber um ehrlich zu sein, ich hab mich gefreut! Wenn man so lange keinen Regen gesehen hat und immer 35 Grad hat, ist es eine sehr schoene Abwechslung mal wieder Regen zu sehen und zu frieren.  ;-) Das Ganze hat mich sehr an Deutschland erinnnert und ich habe mich gleich viel heimischer gefuehlt. Dieses Gefuehl hat sich noch verstaerkt als wir mit einem AFSer durch die Stadt zum AFS-Buero gefahren sind und die ganzen schoenen Haeuser im Kolonialstil gesehen habe. Ueberhaupt sieht hier in Cuenca alles viel europaeischer aus als in der Kueste. Der Unteschied zu Guayaquil ist gigantisch!

 Am AFS-Buero haben uns dann unsere Gastfamilien abgeholt. Ich hatte vorher schonmal kurz mit meinem Papá telefoniert und hatte somit ein gutes Gefuehl weil er sehr nett klang. Das hat sich dann auch gleich bestaetigt, sowohl er als auch seine Frau, meinen Mamá, sind sehr nett und haben mich gleich wie eine neue Tochter aufgenommen. Ich weiss auch ihre richtigen Namen gar nicht, weil sie sich mir gleich mit Mamá und Papá vorgestellt aben, obwohl ich nur eine Woche hier bleiben darf.

 Vom Buero aus sind wir zusammen zu einer Austellung der Uni von Maria Cecilia gefahren, meiner Gastschwester. Sie studiert Gastronomie und die Ausstellung bestand aus vielen Staenden mit verschiedenem Essen. Darunter war auch ein Stand an dem Sauerbraten, Sauerkraut und Bratwuerstchen, Deutsches Bier und Lebkuchen angeboten wurden. Da wir aber bei einer Tante zum Mittagessen eingeladen waren, konnte ich leider nicht probieren. So gab es nur vom USAmerikanischen Stand ein Stueck Kuchen auf die Hand und mit der ganzen Familie, also auch Cecilia, ging es dann in eine Benachbarte Kleinstadt zu einer Tante meiner Gastmutter. Dort waren auch gleich noch ein paar Tanten zu Besuch, die alle total lustig und freundlich waren. Wir haben sehr leckeres Mittagessen serviert bekommen, uns gut unterhalten und viel gelacht. Die Menschen hier in Cuenca reden uebrigens viel langsamer und deutlicher als in Guayaquil und sind viel leichter zu verstehen. Nach dem Essen gab es noch eine Tasse Kaffee zum Aufwaermen, draussen hat es naemlich immernoch ordentlich geregnet und selbst im Haus waren es glaub ich nur ca. 20Grad.

 Nach einem sehr schoenen Nachmittag sind wir dann endlich in "mein neues Zuhause" gefahren, das im modernen Teil von Cuenca liegt. Unterwegs habe ich mich sehr nett mit Cecilia unterhalten, die vor 2 Jahren ein Austauschjahr mit YFU in Bielefeld verbracht hat und sehr gut Deutsch spricht. Ihre juengere Schwester ist uebrigens im Moment zum Austausch in Belgien. Das Haus in dem ich jetzt lebe ist sehr schoen: modern, gross und mit hoher Holzdecke, gemuetlich eingerichtet und sehr sauber. Ich bin in dem Zimmer von der Schwester, die in Belgien ist untergebracht und fuehle mich in der Familie und in dem Haus jetzt schon pudelwohl!

 Meine Familie hier ist sehr nett, von ihnen bin ich hier in Ecuador das erste mal gefragt worden, ob ich etwas brauche und sie haben mir gleich die Stadt erklaert, die wichtigsten Punkte gezeigt und mir eine Karte geschenkt. Gestern Abend waren wir noch zum Gottestdienst in der Kathedrale und danach haben wir Sandwiches gegessen. Heute morgen bin ich mit meinem Gastpapá in sein Geschaeft ins Zentrum gefahren, von wo aus ich spaeter zur Kathedrale gegangen bin. Dort habe ich mich mit den andren Voluntarios getroffen und mit den beiden Tims habe ich heute einen sehr schoenen Tag in Museen verbracht.

 Meine ersten zwei Tage hier in Cuenca sind nun also um, ich hatte bisher eine super Zeit hier und fuehle mich total wohl. Die Stadt ist sehr schoen, die Leute nett und es gibt viel zu sehen. Nur das Wetter nervt inzwischen. Es ist nach wie vor kalt, ich habe keine warme Jacke dabei und es regnet. Aber angeblich wird das bald besser. Wir werden ja sehen. Auf jeden Fall bin ich ueberzeugt davon, dass ich noch tolle Tage hier in Cuenca haben werde. :-)

14.11.06 00:01


Ruecksichtnahme...

... oder Ruecksichtslosigkeit!

Montag, 16.10.2006; 19:20h Ortszeit Guayaquil

 Ich moechte hier nicht die Ecuadorianer schlecht machen oder irgendjemanden in den Dreck ziehen, ich hoffe, das wird nicht falsch verstanden. Aber in der letzten Zeit ist mir immer oefter aufgefallen, dass die Menschen, mit denen ich hier zu tun habe, fuer meine Beduerfnisse oft sehr wenig Ruecksicht nehmen. Allerdings nicht nur mir gegenueber sondern ganz allegemein. Wahrscheinlich verhalten sie sich nicht anders als andere Ecuadorianer und fuer sie ist das alles ganz normal, aber mir als Fremde in dieser Kultur faellt es unangenehm auf.

 Ich moechte euch ein paar Beispiele geben, damit ihr besser versteht, was ich meine. Wie ich ja schonmal berichtet habe, teile ich mir ein Zimmer mit meiner Gastschwester Lissette. Jetzt ist es so, dass sie morgens um 5:30 aufstehen muss, da die Schule um 7:00h anfaengt. Ich konnte im ersten Monat allerdings lange schlafen, weil ich ja erst Nachmittags gearbeitet habe. Und auch jetzt muss ich nicht vor 6:30h aufstehen. Trotzdem hat sich meine Gastschwester aber bisher noch nie auch nur die geringste Muehe gegeben, morgens leise zu sein. Natuerlich muss sie sich im Zimmer fertig machen und ich habe auch kein Problem damit, wenn sie Licht anmacht. Aber muss man, wenn im Nebenbett jemand schlaeft lauf durch die gaanze Wohnung schreien? Oder seinen Schulrucksack zwischendurch auf eben diesem Bett, in dem jemand schlafen will ablegen. Muss man jedes mal, wenn man ins Zimmer komt oder es verlaesst die Tuer so laut wie nur moeglich aufmachen und zuknallen? Bei uns wuerde sich darueber jeder beschweren, hier ist es offensichtlich normal.

 Eine wwitere Sache, ueber die ich mich oft aerger ist, dass alles immer auf voller Lautstaerke laufen muss. Ob das der Fernsehr im Schlafzimmer der Eltern ist oder die Playstation im Jungenzimmer, (Oder beides glecihzeitig!), wenn ich in meinem Zimmer versuche zu lesen, muss ich die Ztuer zumachen und versuchen, die Geraeuschkulisse zu ueberhoeren. Hier versucht einfach jeder, am lautesten zu sein, egal, ob die anderen was anderes machen oder ihre Ruhe haben wollen.

 Apropos Ruhe haben wollen. In der Woche nach meinem Geburtstag war ich ja, wie viele von euch bereits wissen, krank. Ich hatte zwar nur eine Entzuendug im Darm und nichts Schlimmes, aber es ging mir trotzdem ziemlich scheisse. Krank sein ist immer doof und wenn man dann nicht zu Hause ist, ist es gleich nochmal schlimmer. Ich hatte ziemliche Schmerzen und konnte nichts Essen, habe durch den Durchfall viel Wasser verloren und war somit einfach total schlapp und kaum in der Lage, die paar Schritte zum Klo zugehen. Ihr koennt euch gut vorstellen, dass man in so einer ituation Unterstuetzung und Hilfe braucht. Zu Hause haette meine Mama mir Essen und Trinken ans Bett geracht und waer mit mir schnellstmoeglich zum Arzt gefahren. Hier war ich erstmal alleine zu Hause. Nach einem Anruf bei meiner Gastmutter kam sie dann auch recht schnell, aber nachdem wir festgestellt haben, dass der Arzt erst am 16:00h aufhat, war die Sache fuer sie auch erstmal erledigt.

 Die Fahrt zum Arzt war dann auch nicht besser. Zusaetzlich dazu, dass die Aerztin eine halbe Stunde zu spaet kam und ich vor der Tuer stehen und warten musste, hat meine Gastmutter es danach auch nicht fuer noetig gehalten, mich nach Hause zu bringen, sondern ist mit mir durch die Stadt gegangen, um noch "mal eben" etwas einzukaufen. Wieder zu Hause war ich so fertig... das fand ich schon nicht nett.

 So aehnlich ging das dann auch die ganze Woche. Ich habe mir immer selber mein Essen geholt und meinen Kamillentee gekocht, die Touren zum Arzt wurden immer mit irgendetwas anderem verbunden und in Ruhe schlafen oder mich ausruhen konnte ich auch nicht, weil ja alles so laut war und jeder im Zimmer ein- und ausgegangen ist, wie es ihm beliebte.

 Am Freitag hab ich mich dann wieder einigermassen fit gefuehlt, so dass ich beschlossen habe, am AFS-Treffen teilzunehmen. Meine Mutter hatte ja auch versprochen, mich zu fahren. Auf dem halben Weg musste sie dann allerdings feststellen, dass sie den Weg doch nicht so genau weiss und somit musste ich aussteigen und ein Taxi nehmen. Da ging es mir dann schon wieder nicht so gut!

 Jetzt koennte man meinen, nur meie Familie sei so, dass stimmt aber nicht. Und darum kann ich ihnen das auch kaum uebel nehmen. Auf den Rueckweg vom AFS-Treffen habe ich dann naemlich unsere Komiteevorsitzende gebeten,  mir mit dem Heimweg zu helfen, damit ich schnellsmoeglich ins Bett kann. Sie hat auch zugesagt, mich dann aber erstmal zu Fuss durch die Stadt geschaeucht, auf der Suche nach einem Bus. Als sie den nicht gefunden hat haben wir dann ein Tax genommen, zu dem Zeitpunkt war ich aber schon wieder total am Ende! Zum kroenenden Abschluss dieses Tages hat meine Familie abends eine spontane Geburtstagsfeier fuer meinen Vater gegeben. Natuerlich mit vielen Gaesten, lauter Musik und bis spaet in die Nacht.

 Ich weiss nicht, wie ihr ueber so ein Verhalten denkt, vielleicht stell ich mich ja auch wirklich nur an, aber mir kommt das machmal wirklich sehr Ruecksichtsloss vor, wie sie sich hier verhalten. Das bezieht sich auch nicht nur auf meine Gastfamilie und auf solche Situationene, wie ich sie oben beschrieben habe. Das zieht sich durch meinen ganzen Alltag hier. So wird zum Beispiel grundsaetzlich nie Klopapier nachgefuellt, wenn man es leer gemacht hat, (es werden auch immer nur 4 Rollen fuer eine Woche gekauft, egal ob Familienfeier ist und das Haus voller Menschen ist, einer Durchfall hat oder wir uebers Wochenede weg sind.) und wenn in der Arbeit einige der Maedchen am Feiertag nicht kommen wollen, dann bleiben sie zu Hause und interessieren sich nicht dafuer, dass sie vorher versprochen hatten, an genau diesem Tag bei einer Vorstellung fuer die anderen Maedchen zu helfen. 

 Das alles klingt jetzt sicher sehr boese, ich moechte aber nochmalbetonen, dass ich keinen schlechtmachen moechte. Natuerlich stoert mich dieses Verhalten und ich aerger mic hauch oft darueber. Aber ich denke, so sind die Menschen hier einfach, das gehoert mit zu ihrer Mentalitaet und zu ihrer Art. Ich sehe das Ganze als interessante Erfahrung an, darum berichte ich hier darueber. Ich denke, wir alle koennen aus dem Verhalten anderer sehr viel lernen, auch ueber uns selbst. Zumindest ich lerne viel ueber mich selbst und meine Grenzen dadurch und ich bin sehr dankbar dafuer, diese Erfahrung machen zu koennen.

 Sicherlich verhalten auch wir Deutschen/Europaeer oder was auch immer wir sind, uns nicht immer so, wie es am Besten waere. Wahrscheinlich findet ein Ecuadorianer in Deutschland genau so viele Sachen und Verhaltensweisen an uns, ueber die er sich aergert und aufregt, wie ic hier. Darum nennt man das Ganze ja auch Austausch der Kulturen und internationales Lernen. Es ist Sinn er Sache, sowohl Positives als auch Negatives an der jeweiligen neuen, aber auch an der eigenen Kultur festzustellen und das macht sehr viel Spass.

 Ich denke ich muss euch nicht sagen, dass ihr jetzt nicht aufgrund meines Berichtes die Ecuadorianer beurteilen oder fuer schlechter halten sollt. Ich halte sie immernoch fuer ein sehr nettes, freundliches und aufgeschlossenes Volk und bin auch mit meiner Gastfamilie weiterhin sehr zufrieden. Aber ab und zu muss man auchmal kritisch sein duerfen.

 Also dann, genug der schlauen Reden, ich habe euch hier mal eine Seite von meinem Austausch praesentiert, die nicht ganz so toll ist. Demnaechst schreib ich wieder ueber all die schoenen Ausfluege und Erfahrungen und die netten Menschen, mit denen ich hier zu tun habe. Ich hoffe, ihr bleibt mir weiterhin als treue Leser erhalten. Ich freue mich immer wieder ueber eure tollen Gaestebucheintraege und lieben Kommentare. VIELEN DANK und bis bald!!!!

17.10.06 03:13


Geburtstag

Sonntag, 01.10.2006, 21:05 Ortszeit guayaquil

 Wie ihr ja alle wisst oder spaetestens duch die lieben Enitraege in meinem Geastebuch erfahren habt, war gestern mein zwanzigster Geburtstag. Nun gehoere ich also offiziell nichtmehr zu den Tenagern sondern zaehle zu der Grupper der BiVi´s. Die Ecuadorianer haben darauf fast ausschliesslich mit Kommentaren wie "So alt schon", oder "Wow, jetzt bist du aber alt". oder auch "Oemchen" reagiert, aber irgendwie fuehl ich mich gar nicht aelter als vor einer Woche. ;-)

 Aber euch interessiert es sicher sehr, wie so ein Geburtstag hier im fernen Ecuador so gefeiert wird, bzw. wie mein Tag gestern verlaufen ist. Nun, ich kann von Gleuck sagen, dass ich eine tolle Familie habe, die mir einen wirklich schoenen Tag bereitet haben. Es ist mir nicht, wie einige befuerchtet hatten, so ergangen wie dem armen Enrico in seiner Gastfamilie in Esmeraldas. Die hat seinen Gebrtstag naemlich einfach ignoriert, wie ihr in seinem Webblog nachlesen koennt. (www.ecuadortagebuch.de) . Also zur Beruigung vorweg: Ich hatte einen tollen Tag gestern und alle haben mir gratuliert.

 Aber bevor ich genauer erzaele, was gestern war moechte ich mich noch bei allen bedanken, die an mich gedacht und mir gratuliert haben. Ihr koennt ja alle im Gaetsebuch nachlesen, wie lieb mir da gratuliert wurde, darueberhinaus habe ich aber noch ganz viele liebe E-Mails und einige Briefe und Anrufe aus der Heimat bekommen. Hier aus ecuador habe ich SMS und Anrufe bekommen und sogar ein grosser Korb lumen ist hier fuer mich abgegeben wurden. :-) Ich hab mich ueber jeden einzelnen Gleuckwunsch unglaublich gefreut und danke euch allen deshalb von Herzen. Ich kann nur immer wieder betonen, wie toll es ist zu wissen, dass so viele liebe Mensche zu Hause an mich denken und sich so fuer mein Leben hier interessieren.

 Aber jetzt will ich euch mal von meinem Geburtstag erzaehlen: Dieser hat eigentlich schon in der Nacht zum 30. angefangen, denn als ich gegen 11:00 Nachts nach Hause kam stand im Eingangsbereich ein gigantischer korb Blumen mit einer lieben Geburtstagskarte fuer mich. das war eine tolle Uenerraschung, auch fuer meine Mutter, die ihn fuer mic hangenommen hatte. Wir waren alle sehr beeindrikt und ich hab mich sehr gefreut! Schlafen konnte ich dann aber noch nicht, um kurz nach zwoelf habe ich naemlich eine voicemail auf mein Handz bekommen in der ein guter Freund aus Quito mir gratuliert und mich eingeladen hat, ihn mal zu besuchen.

 Danach hab ich dann aber endlich geschlafen, ich war auch gut muede. Am 29. morgens bin ich naemlich schon um halb fuenf aufgestanden, um puenktlich um fuenf, also 12:00 deutscher Zeit meinen Entern zum Geburtstag zu gratulieren. Da tat es gut, endlich in die Federn schluepfen zu koennen, mit dem guten Glaube, am naechsten Tag lange Schlafen zu koennen.

 Dieses lange Ausschlafen war dann allerdings auch schon um halb neun zu ende, da hat mich naemlich der erste Gratulant aus Deutschland bzw. Oesterreich angerufen. Aber natuerlich war ich keineswegs boese sondern hab mich sehr gefreut. Ich hab wirklich nicht mit diesem Anruf gerechnet! Und so war ich wenigstens schon wach, als michkurze Zeit spaeter der zweite Anruf erreicht hat. :-) Meine Lieben zu Hause denken eben alle an mich, schoen ist das!

 So bin ich also um neun oder so aufgestanden und bin von da an den ganzen Tag ueber nur noch "La Santa" genannt worden. Woertlich uebersetzt heisst dass so viel wie "Die Heilige" aber hier ist es auch einfach ein Begriff fuer "Geburtstagskind". Meine Familie, und vor allem meine Gastmamá, haben mir sehr herzlich gratuliert und mir gleich das Gefuehl gegeben, dass sie mir diesen Tag so schoen wie moeglich machen wollen.

 Meine Gastmamá war zu der Zeit schon dabei kleine Haeppchen und Fingerfood fuer die Party Abends vorzubereiten und zwei Torten zu dekorieren. Ich muss an der Stelle wohl erwaehnen, dass mein Bruder Jonathan letzte Woche Gebrutstag hatte, der aber bis Gestern noch nicht gefeiert wurde, weil ein Onkel kurzfristig ins Krankenhaus gekommen war. So war die Party gestern sowohl fuer mich als auch fuer ihn und deshalb gab es zwei Torten die meine Koch- und Backbegeisterte Mamá natuerlich beide selbst gemacht und dekoriert hat. Auch all die Kleinen Leckereien zur Dekoration des Tisches hat sie selbst zubereitet und verpackt oder hergerichtet. Sie hat dafuer extra letzte Woche einen Kurs besucht.

 Gestern Morgen hat sie also daran gearbeitet und ordentlich in der Kueche geroedelt. Obwohl ich schon die ganze Woche vorher mitbekommen habe, wie sie kleine, suesse Teigbaellchen geformt und einzeln verpackt hat, war ich sehr ueberrascht zu sehen, dass sie an einem Samstag Morgen in der Kueche arbeitet. Nnormalerweise ist es hier naemlich ueblich, dass am Wochenede bis ca. 12:00h im Schalfzimmer der Eltern Ferngesehen wird und keiner irgendwas macht. Aber die "Bocaditos" wie die Leckereien genannt werden, mussten ja gemacht werden. Urspruenglich war schliesslich gepllant, dass wir den Vormittag auf der Farm eines Onkels vebringen um dort einen andren Gebrutstag zu feiern. Das ist aber kurzfristig ausgefallen, was meiner Meinung nach auch gut war. Sonst waeren wir naemlich nie fertig geworden.

 Jedenfalls hab ich meine Mamá gebeten, ihr helfen zu duerfen. Ich hatte keine Lust auf Fernsehen und finde es immer sher interessant solche Dinge zu lernen. Ausserdem hab ich ja nichts davon, wenn die ganze Familie, bzw. alle Frauen, schuften udn ich mich langweile. So wuerde mir mein Geburtstag nicht gefallen. Also hab ich mitgemacht. Angefangen hab ich mit Staubputzen, was nicht so lustig war, aber schliesslich muss auch das gemacht werden. Danach durfte ich aber in der Kueche helfen und habe auch kleine Brotraellchen mit Schinken und Frischkaese, bunte Sandwiches, Frikadellchen, Wuerstchen in Blaetterteig und Rumhoernchen gemacht. Das war nicht nur sehr lustig und interessant, sondern auch wirklich lecker. Ich als fleissige Helferin durfte naemlich gleich alles mal probieren. :-)

 Ausserdem habe ich den gesammten Vorbereitungsprozess ueber viele Fotos gemacht und natuerlich auch die Endprodukte festgehalten. Ihr glaubt kaum, wie interessant es sein kann zu beobachten, wie so ein professionell hergerichteter Tisch entsteht. Obwohl ich also den ganzen Tag ueber gearbeitet habe hatte ich unglaublich viel Spass!

 Zwischendurch waren wir, wie immer am Wochenende Essen, was wie immer sehr lecker war. Und danach ist mein Gastvater mit mir und meinen beiden kleinsten Geschwistern zu einem grossen Markt gefahren, wo die Indianer gute Jeans zu guenstigen Preisen verkaufen. Ich wusste vorher nichts davon, aber zu meiner Freude durfte ich mir auch eine aussuchen und habe sie geschenkt bekommen. Das Ganze war sehr stressig und heiss, der Markt ist naemlich in so einer Art Messehalle in der sich natuerlich die ganze Hitze staut. Ausserdem war die Halle so mit Staenden vollgestopft, dass man kaum dazwischen durchgehen konnte. Trotzdem fand ich es lustig, vor allem weil die meisten Verkaeufer erstmal garnicht wussten, ob sie wohl was in meiner Groesse da haben. Ecuadorianer sind halt normalerweise nicht so gross. ;-) Aber letztendlich bin ich an einen sehr netten jungen Mann gestossen, der mir sehr schoene Modelle rausgesucht hat. Die schoenste Hose davon hat mein Vater mir wie gesagt geschenkt.

 Wieder zu Hause hab ich ging es dann noch bis ca. 18:00 mit der Arbeit in der Kueche weiter, meine Mutter hat ihre Torten fertig gestellt und Fleisch und Bohnen fuer die Taccos vorbereitet und ich hab natuerlich bei allem zugeschaut. ;-)

 Da die Gaeste aber fuer 19:00h eingeladen waren, wollte ich mich dann allerdings auch langsam feritg machen, was leider nicht moeglichwar, weil meine Mutter noch das Bad putzen musste. So sind sie eben die Ecuadorianer. Alles auf den lezten Druecker. So war ich die Einzige, die wirklich um 19:00h fertig umgezogen und zurechtgemacht war. Aber auch das war natuerlich egal, denn welcher Ecuadorianer erscheint schon puenktlich zu einer Party. Vor 21:00h war kaum jemand da. Ausser natuerlich Tim aus Deutschland, der wie immer puenktlich war. Etwas spaeter kamen dann auch die anderen CSPler um mit mir zu feiern und viele Familienmitglieder.

 Wir haben alle Mamá Kunstwerke bewundert und die Leckereien genossen, Musik gehoert, uns sehr nett unterhalten und viel Spass gehabt. Zuumindest ging es mir so. Die andren CSPler allerdings schienen das nicht so zu sehen, sie haben sich jedenfalls schonrecht bald wieder absetzten zu wollen. (Was mich zu dem Zeitpunkt auch nichtmehr wirklich gestoert hat!). Meine Mutter hat dann noch schnell die Taccos serviert, damit sie auch noch was davon hatten und dann sind sie angezogen. Mir auch recht! Tim und die Familie sind ja geblieben, die haben eben geahnt, wie lecker die Torten sind! ;-) Diese gab es naemlichspaeter dann noch. Aber bevor hier eine Geburtstagstorte angeschnitten wird, stellen sich alle um das Geburtstagskind auf und singen ein Geburtstagslied. Das wird natruerlich fleissig fotografiert. Danach muss man die Kerzen ausblasen und dann - so ist es zumindest in meiner Familie Tradition - in die Torte beissen! Dabei wird von allen Seiten der Kopf in die Dekoration gedoept, damit man ordentlich viel Schmierei im Gesicht hat. Das ging natuerlich auch mir und Jonathan gestern so, wobei sie bei mir doch etwas vorsichtiger waren.

 So bin ich aber jedenfalls als erste in den Genuss gekommen, die Schockotorte mit Brombeermarmelade (mit meinem Namen!!!) probieren zu koenne. :-) Superlecker sag ich euch!

 Nach der Tortenschlach ging die Party dann noch einige Zeit weiter und ich hatte es wieterhin sehr nett. Gegen 12:30h waren dann so langsa alle Gaeste verschwunden und ich wollte mich ans Aufraeumen machen. Dass hat meine Mutter dann aber nichtmehr zugelassen. Ich war schliesslich "la Santa" und durfte ins Bett gehen. Zum Gleuck hatte die Oma zwischendurch schon immer aller gespuelt und weggeraeumt, so dass ich auch gar nicht so ein schlechtes gewissen haben musste, als ich mich dann wirklich Bettfertig gemacht habe.

 Ich weiss nicht, ob jeden dieser Tag so wie er verlaufen ist gefallen haette, aber ich fand es sehr schoen. Ich habe viel gelernt, mich mit sehr vielen netten und interessanten menschen unterhalten und viele guteSachen gegessen. ich ahtte sehr viel Spass und habe jede Minute genossen! Trotzdem, oder gerade deshalb war dieser Geburtstag ein ganz besonderer. Und das nicht nur, weil ich ohne meine richitge Familie und meine Freunde aus Deutschland gefeiert  habe. Dazu kommt, dass das Feeling und die Stimmung so ganz anders waren. Ich war zwar "La Santa" und alles war sehr festlich und froehlich, aber trotzdem war es mit nichts zu vergleichen, was ich je vorher erlebt habe. Ich koennte nicht sagen, ob dieser Tag eher einem Kaffeetrinken mit meiner Familie oder einer Party mit meinen Freunden geglichen hat, das Ganze war irgendwo dazwischen und sehr aufregend. Ganz besonders war auch, dass ich zu keinem Zeitpunkt wirklich wusste, was wann wie gemacht wird oder was von mir erwartet wird. So habe ich wirklich von einem Moment zum anderen gelebt, wie eigentlich die ganze Zeit hier in Ecuador. Ich habe einfach gemacht, was ich fuer richitg hielt und mich dabei sehr wohl gefuehlt. Es hat mir unglaublich viel Spass gemacht, mit so vielen Menschen zu sprechen, obwohl ich kaum jemanden kannte. Und ueberraschenderweise konnte ich mich auch recht gut mit allen auf Spanisch unterhalten.

 Eine weitere Besonderheit war uebrigens, wie die Gaeste sich verhalten haben. Es haben zwar alle, die wussten, dass eben auch mein Geburtstag gefeirt wird, mir auch herzlich gratuliert, aber es hatte zum Beispiel keiner Geschenke dabei. Nicht, das ich welche erwartet oder gewollt haette, aber auch Jonathan hat nichts bekommen. Die Gaeste waren hier wirklich einfach Gaeste, die bedient wurden und es sich haben gutgehen lassen. Und darueber hat sich auch keiner beschwert.

 Als ich mich zwischendurch und Abends bei meiner Mutter fuer den ganzen Aufwand und ueberhaupt den schoenen Tag bedankt habe hat sie mir auch nur gesagt, dass das doch ganz normal sein. So sei jede Party, ihr mache es Spass und die Hauptsache sei doch, dass es "la Santa" auch wirklcih Spass gemacht hat. Ich war so geruehrt, dass ich fast geheult haette. Meine Mamá ist einfach wirklich sehr lieb!

 Zum Abschluss moechte ich noch erwaehnen, dass ich natuerlich nicht ganz ohne Gecshenke dagestanden habe. Mal abgesehen davon, dass eigentlich der ganze Tag ein riesiges tolles Geschenk war, hab ich neben der Jeans und den tollen Blumen noch von Tim ein spanisches Buch von Paolo Coelho bekommen, von den anderen CSPlern Rosen und eine sehr liebe Geburtstagskarte und von meiner Familie Harspangen, Parfum und ein T-Shirt mit der Aufschrift "Blode and smart". Passt ja zu mir.. ;-) Ausserdem natuerlich die leiben Briefe aus Deutschland, die schon angekommen sind oder noch irgendwo in den geheimen Tiefen des ecuadorianischen Postsystems auf Auslieferung warten.

 So meine Lieben, jetzt ist es inzwischen sehr spaet und ich muss morgen Arbeiten. Darum werde ich fuer heute hier schliessen. Ich hoffe, ich konnte eure Neugier und euren Wissensdurst ein wenig stillen. Bitte entschuldigt die Fehler, die ich sicher gemacht habe. Die Hauptsache ist doch, dass ich ueberhaupt mal wieder zum Schreiben gekommen bin, oder???

 Also dann macht es gut und schreibt mir weiterhin so fleissig Mails und Gaestebucheintraege. Ich find euch alle ganz toll und bedanke mich nochmal ganz herzlich fuer alle Raektionen auf meine Eintraege!

 P.S.: Sobald ich es schaffe werde ich natuerlich auch Fotos von gestern online stellen, guckt also ruig ab und zu unter dem Link Fotos nach, ob es was Neues gibt. :-)

2.10.06 05:37


Warten und Spontanitaet

Montag, 11.09.2006 17:15UHR Ortszeit Guayaquil

 Hallo ihr Lieben! Sicher wundert ihr euch gerade sehr ueber den Titel von heute, oder? Warten und Spontanitaet... klingt irgendwie wiederspruechlich. Aber genau von diesen zwei Dingen ist mein Tagesablauf hier in Ecuador gepraegt. Das gilt fuer ganz gewoehnliche Tage, an denen ausser Arbeit und Familie nicht viel ansteht, genauso wie fuer AFS-Treffen und Treffen mit Freunden. Das Leben in Ecuador besteht (ausser Essen) aus Warten auf Andere und extrem spontanen Aktionen und in den letzten Tagen und Wochen habe ich das immer mehr bemerkt.

 Dazu kann ich auch wirklich schoene Geschichten erzaehlen: Am 26.08. hatten wir hier in Guayaquil zum Beispiel unsere erste Orientatin, also ein AFS-Treffen bei dem die Mitarbeiter versuchen moeglichst genau herauszufinden, wie es uns Teilnehmern hier in Ecuador so geht. Ob es z. B. Probleme mit Familien oder Arbeit gibt und wer schon wie gut Spanisch kann. Aber auch ein Treffen, zumindest bei uns hier, um sich und die Stadt noch beser kennen zu lernen und einen netten Tag miteinender zu verbringen.

 Wir waren also fuer 8:30h morgens am "Momumento de Olmedo" verabredet. Ich bin schon eine viertelstunde eher da gewesen, weil weder meine Mutter noch ich genau wussten, wo das ist und deshalb extra eher losgefahren sind. Zu meinem Glueck ging es Tim genau so, wir haben uns also um 8:15h dort getroffen. Zu meinem Gleuck darum, weil ich sonst sehr lange alleine dort haette warten muessen und wahrscheinlich spaetestens um 8:45h geglaubt haette, voellig falsch zu sein. So waren wir zwar auch unsicher, da wir aber 2 waren, konnte der Platz nicht so daneben sein. Trotzdem haben wir nach einer halben Stunde Wartens Christine aus den USA angerufen und gefragt, wo sie sei. Sie sagte, sie saesse im Taxi und der Treffpunkt waere richtig. Also haben wir tapfer weiter gewartet und uns irgendwann einen Kaffee bestellt. Irgendwann nach 9:00h kam dann endlich eine Gruppe von Teilnehmern mit 2 Betreuern an, aber Christine und Tim aus Australien haben immernoch gefehlt. Die sind auch nicht vor 9:30h erschienen und da hatten wir inzwischen mit unserem Programm angefangen.

 Spaeter hat sich heraus gestellt, dass das Terffen offiziell erst um 9:00h sein sollte, die Betreuer uns nur 8:30h gesagt hatten, damit alle um 9:00h da sind. Sie haben halt nicht damit gerechnet, dass es Menschen gibt, die noch unpuenktlicher sind als Ecuadorianer oder dass die Deutschen ueberpuenktlich kommen und ueber eine Stunde warten muessen.

 Am gleichen Tag haben wir uns - spontan - dazu entscheiden, abends noch wegzugehen. Da ich nicht wusste, wo die Bar ist, wo alle hinwollten, hab ich mich fuer 20:00h mit Christine verabredet. Sie war dann auch fast puenktlich und nachdem dann auch Tim (Australien) mit Umziehen fertig war ging es auch los. Wir sind erst zu Helen nach Haue und von da aus mit ihr, Anita und Freunden zu Farid. Von seinem Haus aus haben wir ein Taxi zur Bar genommen. Soweit klingt alles ganz gut, der Haken an der Sache ist nur, dass Christine, die das Ganze "organisiert" hatte, jedem eine andere Zeit genannt hatte und so alle an verscheidenen Stellen auf uns gewartet haben. Der arme Tim aus Deutschland hat wieder ueber eine Stunde alleine draussen vor der Bar gesessen und sich schon gefragt, ob wir ihn verarschen wollen. Die Bar hat naemlich auch erst um 10:00h aufgemacht, weshalb Christine dann auch kein schlechtes Gewissen hatte. Nur leider hatte sie Tim gesagt, dass wir uns um 8:30h dort treffen... Naja, wir sind dann eben noch spontan fuer eine halbe Stunde in eine Fruta-Bar gegangen und haben Batidos getrunken. So liess sich die lange Wartezeit rumkriegen.

 Aber noch viel toller war ja die Planung fuer das vergangene Wochenede. Wir hatten in einer recht grossen Gruppe beschlossen, dass wir AFSer uns alle mal wiedersehen muessten und haben so verabredet, ein Wochenede nach Manta zu fahren. Das ist eine Stadt am Strand, die relativ schnell sowohl von Esmeraldas als auch von Guayaquil oder Quito erreichbar waere. Wir haben Mails geschickt und alle gefragt, wer mitkommen moechte und als kaum Antworten kamen einfach mal Buszeiten und Preise rausgesucht. Bzw. Tim hat die Arbeit uebernommen. Er hat eine Mail an alle geschickt, auf die wieder kaum jemand geantwortet hat. Irgendwann sah es dann so aus, dass aus Quito eine, aus Esmeraldas 2-3 und aus Guayaquil alle fahren. Eine Woche vor Abreise haben wir hier in Guayaquil dann nochmal mit allen gesprochen, um zu hoeren, wer definitiv mitkommt. Das war auch gut so, denn da hat sich dann rausgestellt, dass 2 doch nicht koennen. Zwei weiter haben dann 2 Tage vorher abgesagt, und der dritte letzten Donnesrtag, also am Abend vor der Abfahrt. Am Mittwoch Abend sind ausserdem die letzte aus Quito und 2 aus Esmeraldas abgesprungen, allerdings war es bei Kathi aus Quito nie richtig sicher gewesen, ob sie kommen kann und Sybille musste aus gesundheitlichen Greunden absagen. Bei unserem lokalen Treffen am Donnerstag haben Tim und ich dann also ueberlegt, ob wir wirklich am naechsten Morgen und 8:00h zu zweit nach Manta fahren sollen oder nicht. Die anderen haben uns dann noch erzaehlt, dass die spontan nach Quito reisen, um sich dort mit den anderen zu treffen und mit denen nach Esmeraldas zu fahren. Mit denen also, die fuer Manta alle keine Zeit hatten. Da waren wir schon etwas genervt, ehrlich gesagt. Aber Tim und ich haben uns einfach dem ecuadorianischen Leben angepasst und Sybille und Enrico in Esmeralds auch dazu gezwungen. Wir haben dann naemlich ganz spontan von Manta auf Esmeraldas umgeplant, haben innerhalb von 3 Stunden alles gepackt, unsere Familien ueberzeugt, dass es so gut ist und Bustickets gekauft. Auf einmal hatte sogar auch Anita Zeit - spontan eben. Um 23:30h sind wir also zu dritt ins 8 Stunden entfernte Esmeraldas gefahren und haben uns dort mit den anderen getroffen. Sie haben sich spontan den Freitag und so viel wie moeglich vom Wochenende freigenommen und eine wirklich tolle Zeit mit uns verbracht. Wir hatten viel Spass, haben gut gegessen und uns viel unterhalten. Dieses Wochenede war das spontanste, dass ich je hatte. Wir haben nichts lange geplant haben einfach drauf los gelebt und mussten oft warten, damit auch alle bei unserem Tempo mitkommen. Aber es war total klasse!

 Anfangs fand ich es sehr schwer, dass meine Familie immer so spantane Dinge macht. Ich bin, wie Enrico es so schoen ausdreuckt, immer nur wie ein Hund hinterhergedackelt. Aber inzwischen habe ich gemerkt, dass das auch alles seine Vorteile hat und irgendwie macht es ja auch Spass. Das mit dem Warten allerdings geht mir schon auf die Nerven und ich hoffe, dass ich diese schlechte Eigenschaft der Ecuadorianer nicht so extrem annehme, wie es zum Beispiel Christine schon hat. Anita hat erzaehlt, sie hatte schonmal 3 1/2 Stunen auf sie warten musste. Ich wuedre da verrueckt werden!

 Also, so viel zum Warten und der Spontanitaet. Ich weiss nicht, ob meine Erzaehlungen wirklich so bei euch rueberkommen, wie ich es erlebt habe. Wahrscheilch nicht. Aber denkt daran, dass die Beispiele, die ich genannt habe nur wenige sind. Ich konnte euch hunderte von Situationen schildern, in denen ich gewartet habe oder spontan irgendwas umgeplant wurde und in den Blogs von Enrico und Tim (siehe Links) findet ihr sicher auch was dazu.

 Diese Lebensweise macht es uns als Europaeern unmaeglich, unseren Trieben zu folgen sprich selbst alles genauestens zu planen, da immer irgendwas ganz spontan dazwischen kommt. Zum Beispiel wollen die Esmeraldianer uns jetzt auch gerne mal in Guayaquil besuchen kommen, aber wir koennen nicht einfach ein Wochenede festlegen, da AFS noch Treffen organisieren muss, die noch nicht terminiert sind. So ist die Wahrscheinlichkeit recht gross, dass man was Tolles plat und einen Tag vorher jemand anruft und sagt, dass es so nicht geht, weil was Wichtiges ansteht. Das finde ich sehr anstrengend und wirklich schade. Aber wenn wir auch spontan sind, schaffen wir das mit dem Terffen hier bei uns in Ecuadors greosseter Stadt sicher auch noch. ;-)

 Also dann, meine Lieben; das wars fuer heute. Bleibt spontan und lasst mich nicht zu lange auf neue Mails, Gaestebucheintraege und Berichte aus der Heimat warten. :-D

12.9.06 01:18


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung